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Zukunftsworkshop des REM am 21.01.2023

Am 21.01.2023 fand in Gernsbach auf dem Gelände der Firma W² der Zukunftsworkshop des REM (Regenerative Energien Mittelbaden) e.V. statt, an welchem ich, als Bundesfreiwilliger des Vereins ebenfalls teilhaben durfte. Teilnehmende waren Nachhaltigkeitsakteure in unserer Region Mittelbaden wie z.B. Fridays for Future, Mitglieder des Vereins und viele weitere, denn der Zukunftsworkshop zum Thema Vernetzung war die Nachfolgeveranstaltung unserer Jahreshauptversammlung im Dezember.

Da der Workshop zunächst mit einer kleinen Kennlernrunde begann, um den Teilnehmern zu ermöglichen in Ruhe bei sich und den Menschen um sie herum anzukommen, gelang es mir anfangs direkt viele positive Eindrücke und einige interessante Menschen sowie deren Geschichte kennenzulernen. Vor allem aber eine Unterhaltung blieb mir dabei ganz besonders in Erinnerung, als prägende Erkenntnis und Bestätigung dessen, was ich mehr und mehr begonnen habe zu verstehen und zu befürchten, umso mehr ich mich mit dem Thema Politik und Wirtschaft auseinandergesetzt habe.

Wie ich aus den Erzählungen eines ehemaligen Unternehmers erfahren musste, wurde dieser, als er sich öffentlich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen hat gleich an mehrerer Stelle von politischen Akteuren, unter anderem auch von einer sehr großen Partei in Deutschland in Briefen und Anschreiben empört auf seinen Standpunkt und seine Äußerungen angesprochen. Mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit wurde er gefragt, wie er als Unternehmer denn GEGEN DEN KRIEG sein könne. Welche moralischen Vorstellungen und Werte die Verfasser dieser Briefe und Botschaften haben müssen, brauche ich hier nicht näher zu erklären.

Was sich für mich dadurch bestätigte: In der Politik geht es leider viel zu oft um Geld und Macht und nicht um das worum es eigentlich gehen sollte und um das, was oberflächlich oftmals versucht wird glaubhaft zu machen. Zwar war diese Erkenntnis gleich zu beginn des Workshops definitiv auch von negativen Gefühlen begleitet, nichtsdestotrotz eine wichtige und gute Erfahrung, denn das daraus entstehende Realitäts- und Wahrheitsverstädnis ist in solch einem Maße essenziel, dass allein dadurch der Workshop bereits lohnend war. Aus der Angst heraus, dass die Wahrheit uns nicht gefällt und Konflikte entstehen, um Dinge in Positive zu verändern, sich nicht mit ihr zu beschäftigen ist keine Lösung.

Der weitere Verlauf des Workshops war dafür umso hoffnungsvoller und schöner. Von Anfang an, konnte ich einen gemeinsamen Willen und eine wohltuende und stärkende Energie verspüren, die Probleme und besonders auch die Chancen der Klimakatastrophe anzugehen und zu lösen. Nach der kurzen Kennlernrunde durften wir mit musikalischer Begleitung unserem kognitiven Potential freien Lauf lassen und eine Vision 2030 unserer Heimat konzipieren, mit allem was es für eine nachhaltige Zukunft und ein gutes Leben benötigt.

Nach einem freudigen Austausch über die im einzelnen individuellen, im großen ganzen aber stimmigen und übereinstimmenden Konzepte, hatten wir die Gelegenheit in Gruppen unter den Aspekten Bildung, Energie & Verkehr sowie sozialer Zusammenhalt Unterpunkte zu sammeln und die Kernelemente davon den anderen Teilnehmern vorzustellen. Die darauffolgende Möglichkeit bei einem dieser Aspekte an einem Projekt zu arbeiten, nutzte ich im Bereich Bildung, denn ich selbst komme gerade frisch aus dem Gymnasium und musste mir als Schüler auch oft, zu meinem Ärgernis die Frage der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einiger Lehrinhalte und Lehrmethoden stellen. Daher war es für mich besonders schön aber auch zufriedenstellend zu diesem Thema gemeinsam mit einigen Lehrern ein Projekt zu entwickeln.

Über das Ergebnis dessen, hätte ich nicht positiver überrascht sein können, denn im Laufe der Ausarbeitung wurde mir angeboten selbst mit Begleitung eines Lehrers einen Tag mit Schülern an einem Gymnasium zum Thema „Schule der Zukunft / demokratische Schule“ mitzugestalten, was angesichts meiner Ambitionen selbst Lehrer zu werden, um das zu ändern, was ich als Schüler als negativ empfand, wie die „Faust aufs Auge“ passt. Diese Projektarbeit hat mir eindrücklich gemacht, was alles möglich ist, wenn man bereit ist mit überzeugten und offenen Menschen zusammen zu arbeiten und wie leicht es sein kann, wenn man es nur versucht.

Besonders aber hat mich auch  das Vertrauen beeindruckt, dass mir durch diese Möglichkeit gegenübergebracht wird, denn abgesehen von meinen eigenen Erfahrungen als Schüler und einigen Arbeitsbedingten Projekten mit Schülern, sind meine pädagogischen Kompetenzen noch nicht mit jenen eines ausgebildeten Lehrers vergleichbar.

Um es abschließend auf den Punkt zu bringen, kann ich voller Zufriedenheit und Freude sagen, dass ich glücklich bin Teil dieses Workshop gewesen zu sein, denn die wertvollen Erfragungen, Erkenntnisse und auch Erfolge, die ich dabei sammeln durfte stärken noch einmal in einem selbst den Glauben daran die Krise doch noch abwenden zu können um eine heilvolle Zukunft zu schaffen und stellen das positive Pendant zu den vielen entmutigenden und düsteren Nachrichten der vergangenen Monaten und Jahren dar.

 

Autor: Jonas Sackmann – Bundesfreiwilliger beim REM

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