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PRESSEMITTEILUNG 23. April 2004

REM hilft Tschernobyl-Opfern

Besuch in Kiew 18 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe

Bereits zum zweiten Mal waren Mitglieder des Vereins Regenerative Energien Mittelbaden (REM) in Kiew zu Besuch, um sich vor Ort über die Situation von Tschernobyl-Opfern zu informieren. Vom 15. bis 19. April besichtigten sechs REM-Mitglieder und drei Mitglieder des Rotary-Clubs Baden-Baden/Rastatt ein Kinderkrankenhaus und ein Waisenhaus im Raum Tschernobyl. Die mit Hilfsgütern und Spenden angereiste neunköpfige Delegation wurde vom Minister für Soziales und außerordentliche Angelegenheiten empfangen. Ein Fernsehteam begleitete die deutschen Besucher während ihres Aufenthaltes.

Das gesamte Ausmaß der Tschernobylkatastrophe ist noch immer nicht absehbar. 500.000 Menschen sind bisher an den Folgen des Reaktorunglücks gestorben. Die traurige Bilanz nach 18 Jahre: In der Region leben 102.000 Invaliden, 700.000 Kinder sind Strahlen geschädigt und das Leiden und Sterben der Menschen geht immer noch weiter. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen strahlt der Reaktor auch heute noch. Zum anderen werden durch Mutationen von zwei von zehn Kindern tot geboren, zwei kommen mit Genveränderungen und Immunschwäche zur Welt. Peter Griebl, Initiator des Hilfsprojekts, macht sich nichts vor: ?Die von der Delegation des REM mitgebrachten 250 kg Kinderbekleidung und Spielsachen sowie ein Scheck über 6.500 Euro sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein?.

Seit acht Jahren unterstützt der REM das medizinische Zentrum für Strahlenmedizin in Kiew und hat seither effiziente Hilfe geleistet. Nach intensiven Gesprächen mit dem dortigen Partnerverein ?Union Tschernobyl?, der die Interessen der Strahlengeschädigten vertritt, hat der REM Lebensmittel, Wäsche, medizinische Einrichtungen und Medikamente in der Ukraine für Geschädigte gekauft.

Seit zwei Jahren unterstützt der REM das Kinderkrankenhaus Bojakra 30 Kilometer außerhalb von Kiew sowie das Waisenhaus in Vorsel. Beide Häuser wurden besichtigt und die Missstände mit den Verantwortlichen, die für jede Hilfe sehr dankbar sind, diskutiert. Die Verhältnisse in den beiden Häusern sind elend. Es fehlt an allem. Die Kinder sind durch die Folgen des fast zwei Jahrzehnte zurückliegenden Super-GAU geschädigt. ?Pro Kind stehen den Häusern lediglich 80 Cent am Tag zur Verfügung ? ein Betrag, der gerade ausreicht, dass die schwerstgeschädigten Kinder nicht verhungern?, so der erste Vorsitzende des REM, Thomas Müllerschön. Geld fehlt auch für Hygiene-Maßnahmen und medizinische Behandlungen.

Die unglaubliche Armut und das Elend sowohl im Kinderkrankenhaus als auch im Waisenhaus hat den REM in seinem Tun bestärkt. Der Verein wird sich weiterhin mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für die Strahlenopfer einsetzen.

Am 26. April 1986 kam es zum Super-Gau in Tschernobyl. Die Menschen in der Ukraine haben den Tag bis heute nicht vergessen ? und wir sollten es auch nicht tun!

Thomas Müllerschön 1. Vorsitzender REM

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